SPARTATHLON 2016 – 246km, 33:48:15h

 

Jens und Ricarda am SPARTATHLON 2016 – 246km, 33:48:15h

Danke an Ricarda für den Bericht und die Fotos:

 

… wie im Rausch laufen wir die letzten paar Hundert Meter auf das Denkmal von König Leonidas zu. Auf den Balkonen und an den Strassenkreuzungen winken Kinder und Alte – rufen „Sparta!“ Und am Ende eines langen Weges steht er da, der König: aufrecht und stolz – als hätte er seit 490 v. Chr. nur auf uns gewartet. Durch das Spalier, der jubelnden Menschentraube um ihn herum, bahnen wir uns den Weg, um ihm unsere Aufwartung zu machen, ihm die Füsse zu küssen, Wasser aus dem Fluss Eurotas zu trinken … den Olivenkranz im Haar.

Ja, der Spartathlon ist ein ganz besonderes Rennen mit vielen bewegenden Momenten, Aussichten, Geschichten und Menschen: Der Start an der Akropolis, quer durch den morgentlichen Berufsverkehr in Athen, die Autobahn nach Piräus, der lange, 30°C heiße, schattenlose und Cut-off geprägte Weg nach Korinth, die wunderschöne Küsten- und Bergstrassen, diie Olivenhaine, der Weinanbau, die autogrammjagenden Kinder, die zahlreichen Check-Points, die fleißigen und engagierten Helfer, die wunderbare Sternennacht mit Zikaden und schemenhaften Bergpanoramen, die Stimmung in den Bergdörfern, 3x 10min Turboschlaf, Freud und Leid der anderen Teilnehmer, der Sangas Pass, die kalte Nacht im Tal dahinter, der Nebel, der nächste Morgen – immer mit der Sorge um Zeit und Tempo, die Hochebene von Tegea mit ihren endlosen Ups and Downs, den Geraden, den Eiswürfeln, die wertvoller als ein Sack Gold sind, der Abstieg nach Sparta und der wohl längste Showdown und beeindruckenste Zieleinlauf ever mit 9 von 10 hupenden Autos, erhobenen Fäusten und Jubelrufen, Standing Ovations in den Strassencafes … sie tragen dich und deine erschöpften Glieder auch noch über die letzten Kilometer quer durch Sparta, in welches wir als Helden gefeiert einmarschieren.

246km sind ein langer Weg, 33:48:15h eine lange Zeit (und neue PB). Jeder Meter und jede Sekunde waren es wert! Molon Labe „komm und hol sie dir“ (meine Waffen) steht auf der Inschrift am Leonidas Denkmal – wir haben uns zum dritten mal (nach 2012 und 2014) erneut auf den Weg zu ihm nach Sparta gemacht – zum kämpfen hätte auch dieses mal die Kraft gefehlt.

Es steht 2:1 für uns, also Finish : DNF! :-)

Last but not least: Wir belegen Platz 102 und 103 von 370 Startern, bei den Frauen reicht es für Platz 13 von 54 und 1. W50, aber all das spielt bei diesem epischen Rennen keine Rolle…